Ein Erklärvideo ist nur so gut wie sein Konzept. Die beste Animation, der teuerste Sprecher und die aufwändigste Produktion können ein schwaches Konzept nicht retten. Umgekehrt kann ein starkes Konzept sogar mit begrenztem Budget beeindruckende Ergebnisse liefern.
Was ich in zahlreichen Produktionen immer wieder beobachte: Die meisten Probleme bei Erklärvideo-Projekten entstehen nicht in der Animation oder im Schnitt, sondern ganz am Anfang. Im Briefing, im Skript, in der Frage: Was soll dieses Video eigentlich erreichen?
Dieser Leitfaden führt Sie Schritt für Schritt durch den Konzeptionsprozess, von der ersten Idee bis zur fertigen Abstimmung mit dem Produktionsteam.
Warum das Konzept das A und O jedes Erklärvideos ist
Stellen Sie sich vor, Sie bauen ein Haus ohne Architektenplan. Vielleicht haben Sie eine Vorstellung, wie es aussehen soll. Aber ohne klare Planung entstehen Fehler, die sich durch den gesamten Bau ziehen und am Ende teuer sind.
Beim Erklärvideo ist es genauso. Ohne solides Konzept passiert folgendes:
- Das Skript wird zu lang, weil nicht klar ist, was weggelassen werden kann.
- Der visuelle Stil passt nicht zur Botschaft.
- Der Sprecher betont die falschen Aussagen.
- Feedback-Schleifen explodieren, weil jeder Beteiligte eine andere Vorstellung hat.
- Am Ende ist das Video fertig, macht aber nicht das, was es soll.
Ein durchdachtes Konzept löst alle diese Probleme im Vorfeld. Es schafft eine gemeinsame Grundlage zwischen Auftraggeber und Produktion und stellt sicher, dass das fertige Video sein Ziel erreicht.
Die 5 Grundfragen vor jedem Konzept
Bevor Sie eine einzige Zeile Skript schreiben, beantworten Sie diese fünf Fragen. Ohne klare Antworten darauf ist jedes Konzept auf Sand gebaut.
Frage 1: Wer ist die Zielgruppe?
Nicht "alle potenziellen Kunden". Sondern konkret: Welche Person sitzt vor dem Bildschirm? Was weiß sie bereits? Was weiß sie noch nicht? Was beschäftigt sie gerade? Ein Video für einen Geschäftsführer mit technischem Hintergrund braucht eine andere Sprache als ein Video für Privatpersonen ohne Fachkenntnisse.
Frage 2: Was ist die eine Kernbotschaft?
Nicht drei Botschaften. Eine. Die wichtigste. Was soll der Zuschauer nach dem Video wissen, denken oder fühlen, was er vorher nicht wusste, dachte oder fühlte? Wenn Sie diese Frage nicht in einem Satz beantworten können, ist das Konzept noch nicht fertig.
Frage 3: Wo wird das Video eingesetzt?
Eine Landing Page, eine Messe, ein YouTube-Kanal, eine E-Mail-Kampagne? Der Kontext beeinflusst Länge, Ton und Struktur. Auf einer Landing Page sieht der Nutzer das Video bewusst. Auf YouTube läuft es als Ad vor einem anderen Video. Beide Situationen erfordern unterschiedliche Konzepte.
Frage 4: Welche Länge ist sinnvoll?
Kürzer ist fast immer besser. 60 Sekunden reichen für die meisten Erklärvideos vollkommen aus. 90 Sekunden wenn nötig, 2 Minuten nur wenn der Inhalt es wirklich erfordert. Alles darüber ist selten Marketing und fast immer ein Problem mit der Kernbotschaft.
Frage 5: Was ist der gewünschte Animationsstil?
3D, 2D, Whiteboard, Motion Graphics? Der Stil muss zur Marke passen. Ein Fintech-Unternehmen mit modernem Branding braucht einen anderen Stil als ein traditionelles Handwerksunternehmen. Der Stil beeinflusst auch das Budget und die Produktionszeit.
Schritt 1: Das Briefing
Das Briefing ist das Fundament. Ein gutes Briefing spart mehr Geld als jede Rabattverhandlung mit dem Produzenten. Ein schlechtes Briefing kostet Sie im Durchschnitt zwei zusätzliche Feedback-Schleifen, also Wochen Zeitverlust und hunderte Euro Mehrkosten.
Ein vollständiges Erklärvideo-Briefing enthält:
- Unternehmen und Produkt: Was macht Ihr Unternehmen? Was ist das Produkt oder die Dienstleistung, die erklärt werden soll?
- Zielgruppe: Wer schaut das Video? Welches Vorwissen hat die Person? Was ist ihr größtes Problem?
- Ziel des Videos: Was soll der Zuschauer nach dem Video tun? (Kontakt aufnehmen, kaufen, sich anmelden, etwas verstehen?)
- USP: Was unterscheidet Ihr Angebot von der Konkurrenz? Was ist der wichtigste Vorteil?
- Ton und Sprache: Sachlich, emotional, humorvoll, technisch? Siezen oder duzen? (Bei 3DStory immer siezen.)
- Technische Rahmendaten: Gewünschte Länge, Sprachen, Plattformen, Formate.
- Referenzen: Videos, die Ihnen gefallen, und Videos, die Ihnen nicht gefallen. Beides ist wichtig.
- Deadline: Wann brauchen Sie das fertige Video?
Praxis-Tipp: Schicken Sie dem Produzenten Links zu drei Videos, die Ihnen gefallen, und drei, die Ihnen nicht gefallen, mit einer kurzen Begründung. Das spart mehr Zeit als jede Stilbeschreibung in Worten.
Schritt 2: Die Skriptentwicklung mit der PSAC-Formel
Das Skript ist das Herzstück des Konzepts. Es legt fest, was gesagt wird, in welcher Reihenfolge, und wie. Die PSAC-Formel ist eine bewährte Struktur für Erklärvideo-Skripte:
P - Problem
Beginnen Sie mit dem Problem oder dem Schmerz der Zielgruppe. Nicht mit Ihrem Unternehmen, nicht mit Ihrem Produkt. Mit dem Problem des Zuschauers. Das erzeugt sofort Relevanz: Der Zuschauer fühlt sich angesprochen und schaut weiter.
Beispiel: "Kennen Sie das? Ihr Produkt ist komplex, Kunden verstehen beim ersten Gespräch nicht, wie es funktioniert, und Sie verlieren Interessenten, bevor sie überhaupt kaufen können."
S - Solution (Lösung)
Präsentieren Sie Ihre Lösung klar und einfach. Kein Fachjargon, keine langen Erklärungen. Die Lösung muss in einem Satz verstehbar sein. Dann können Sie sie in weiteren Sätzen ausführen.
Beispiel: "3DStory erklärt Ihr Produkt in einem 3D-Animationsvideo, das Ihre Kunden auf Anhieb verstehen."
A - Action (Wirkung zeigen)
Zeigen Sie, wie die Lösung wirkt. Was ändert sich für den Kunden? Welche konkreten Ergebnisse sind möglich? Das kann durch Zahlen, durch einen Vorher-Nachher-Vergleich oder durch eine kurze Geschichte verdeutlicht werden.
Beispiel: "Unsere Kunden berichten von 40% kürzeren Vertriebsgesprächen und deutlich höheren Abschlussquoten, weil Interessenten schon vor dem ersten Termin verstehen, was sie bekommen."
C - Call to Action
Was soll der Zuschauer jetzt tun? Konkret, einfach, eine einzige Handlung. Kein "Besuchen Sie unsere Website und informieren Sie sich über unsere Angebote und kontaktieren Sie uns". Sondern: "Jetzt unverbindlich beraten lassen."
Wie lang sollte das Skript sein?
Faustregel: 130 Wörter gesprochener Text pro Minute. Ein 60-Sekunden-Erklärvideo hat also etwa 120-150 Wörter Sprechertext. Das klingt wenig und ist es auch. Jeder Satz muss verdient sein.
Schritt 3: Das Storyboard
Das Storyboard ist die visuelle Umsetzung des Skripts. Es zeigt Szene für Szene, was zu sehen sein wird, während ein bestimmter Text gesprochen wird. Ein professionelles Storyboard ist keine Kunstwerk-Sammlung - es sind grobe Skizzen, die die räumliche und zeitliche Struktur des Videos visualisieren.
Warum ist das Storyboard so wichtig?
- Es verhindert Missverständnisse. Was Sie sich unter "das Produkt dreht sich elegant" vorstellen, kann der Animator ganz anders interpretieren.
- Es macht Korrekturen günstig. Eine Änderung am Storyboard kostet Minuten. Dieselbe Änderung in der fertigen Animation kostet Stunden.
- Es schafft Verbindlichkeit. Alle Beteiligten haben dasselbe Bild vor Augen.
Für die meisten Erklärvideo-Projekte reicht ein einfaches Storyboard mit einer Skizze pro Hauptszene und einer Kurzbeschreibung, was zu sehen und zu hören ist.
Schritt 4: Die Style-Entscheidung
Der visuelle Stil ist kein Dekorationselement, er ist Kommunikation. Jeder Stil sendet implizit eine Botschaft über das Unternehmen.
3D-Animation
Wirkt modern, technisch hochwertig, präzise. Ideal für technische Produkte, SaaS, Industrie, Medizin, Finanzdienstleistungen. 3D-Animation hebt sich visuell von der Masse ab, weil die meisten Erklärvideos in 2D produziert werden. Ein 3D-Video fällt auf.
2D Flat-Design / Motion Graphics
Der am weitesten verbreitete Stil. Sauber, lesbar, für fast alle Branchen einsetzbar. Der Nachteil: Es sieht aus wie tausend andere Videos. Wenn Sie sich von der Konkurrenz abheben möchten, ist 2D-Flat selten die beste Wahl.
2D-Character-Animation
Emotionaler, persönlicher, für Konsumentenprodukte und Dienstleistungen mit starkem Menschenfokus gut geeignet. Aufwändiger und teurer als Flat-Design.
Whiteboard-Animation
War zwischen 2012 und 2018 sehr populär. Heute wirkt es veraltet und wird mit günstiger Do-it-yourself-Produktion assoziiert. Für professionelle Marken nicht mehr empfehlenswert.
Farben und Typografie
Das Video sollte im Branding des Unternehmens produziert werden. Primärfarben, Schriftarten und Logo müssen konsistent eingesetzt werden. Ein Video, das nicht zur restlichen Unternehmenskommunikation passt, wirkt wie ein Fremdkörper.
Schritt 5: Sprecherauswahl und Musik
Der Sprecher
Die Stimme des Erklärvideos ist oft unterschätzt. Eine professionelle Stimme transportiert Glaubwürdigkeit, Kompetenz und die richtige Tonalität. Die falsche Stimme kann ein gutes Video ruinieren.
Achten Sie auf:
- Muttersprachler für die jeweilige Zielsprache (kein Akzent für professionelle B2B-Kommunikation).
- Geschlecht und Altersgruppe der Stimme passend zur Zielgruppe.
- Sprechtempo: Zu schnell wirkt gehetzt, zu langsam wirkt einschläfernd. 120-140 Wörter pro Minute ist der Sweet Spot.
- Keine KI-Stimmen für professionelle externe Kommunikation. Der Unterschied ist hörbar und sendet das falsche Signal.
Die Musik
Hintergrundmusik setzt die emotionale Grundstimmung des Videos. Sie sollte:
- Zum Stil und zur Branche passen (nicht jede Unternehmenskommunikation braucht Elektro-Beats).
- Den Sprecher nicht übertönen.
- Rechtssicher lizenziert sein. Stockmusik-Lizenzen variieren stark - klären Sie, ob die Lizenz für Social Media, YouTube und internationale Nutzung gilt.
Häufige Fehler im Erklärvideo-Konzept
Fehler 1: Zu viele Informationen in einem Video
Das ist der häufigste Fehler. Das Erklärvideo soll das Produkt erklären, die Unternehmensgeschichte erzählen, den Preis nennen, drei Features vorstellen und fünf verschiedene Nutzergruppen ansprechen. Das ergibt ein 4-Minuten-Monster, das niemand zu Ende schaut. Ein Video, eine Botschaft.
Fehler 2: Mit dem Unternehmen beginnen, nicht mit dem Problem
"Herzlich willkommen bei der XY GmbH. Wir wurden 2015 gegründet und sind seitdem..." Niemand will das wissen. Beginnen Sie mit dem Problem des Zuschauers. Das schafft sofort Relevanz.
Fehler 3: Keinen klaren CTA
Das Video endet mit "Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit". Was soll der Zuschauer jetzt tun? Ein klarer, einziger Call to Action ist Pflicht. Ohne CTA ist jedes Video unvollständig.
Fehler 4: Die Zielgruppe nicht kennen
Ein Erklärvideo, das gleichzeitig Geschäftsführer, Mitarbeiter und Endkunden ansprechen soll, spricht am Ende niemanden richtig an. Definieren Sie eine primäre Zielgruppe und sprechen Sie diese direkt an.
Fehler 5: Das Storyboard überspringen
Viele Auftraggeber denken, das Storyboard sei ein optionaler Schritt. Es ist der wichtigste Kontrollpunkt im gesamten Prozess. Korrekturen vor der Animation kosten einen Bruchteil der Korrekturen danach.
Häufige Fragen zum Erklärvideo-Konzept
Das Konzept kann vom Auftraggeber selbst, von einem Texter oder von der Produktionsfirma entwickelt werden. Bei 3DStory ist die Konzept- und Skriptentwicklung vollständig im Festpreis von 3.900 EUR enthalten. Sie liefern das Briefing, wir entwickeln die Geschichte.
PSAC steht für Problem - Solution - Action - Call to Action. Es ist eine bewährte Struktur für Erklärvideo-Skripte: Zunächst wird das Problem der Zielgruppe benannt, dann die Lösung präsentiert, die Wirkung gezeigt und abschließend zur Handlung aufgefordert. Diese Struktur funktioniert, weil sie dem natürlichen Entscheidungsprozess folgt.
Für ein 60-Sekunden-Erklärvideo brauchen Sie etwa 120-150 Wörter gesprochenen Text (Sprechtempo ca. 130 Wörter pro Minute). Für 90 Sekunden entsprechend 180-220 Wörter. Kürzer ist fast immer besser: Jeder Satz, der nicht absolut notwendig ist, sollte gestrichen werden.
Wenn Sie das Konzept extern beauftragen, liegen die Kosten je nach Komplexität bei 500-2.000 EUR. Viele Studios berechnen Konzept und Skript separat vom Animationspreis. Bei 3DStory ist alles im Festpreis von 3.900 EUR enthalten, inklusive Konzept, Skript, Storyboard-Abstimmung und Animation.
Ein Storyboard ist eine Sequenz von Skizzen oder Grafiken, die zeigen, wie das Video Szene für Szene aussehen wird. Es dient als visuelle Brücke zwischen Skript und fertiger Animation. Für professionelle Produktionen ist es unverzichtbar, da es Missverständnisse verhindert und teure Korrekturen in der Animationsphase vermeidet.
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Wir entwickeln Konzept, Skript und Animation - alles im Festpreis von 3.900 EUR.
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