"Corporate Video" ist ein Begriff, den viele Unternehmen verwenden, ohne genau zu wissen, was sie damit meinen. Ist es ein Imagefilm? Ein Erklärvideo? Ein Schulungsvideo? Die Antwort ist: es kann alles sein. "Corporate Video" ist ein Sammelbegriff für alle Arten von Videos, die ein Unternehmen für interne oder externe Kommunikation erstellt.
Das Problem mit diesem breiten Begriff: Er macht die Planung schwerer. Wenn Sie wissen wollen, was ein Corporate Video kostet und wie lange die Produktion dauert, müssen Sie zuerst wissen, welchen Typ Sie wirklich brauchen. In diesem Artikel erklären wir die wichtigsten Typen, ihre Kosten und worauf Sie bei der Wahl einer Produktionsfirma wirklich achten sollten.
Was ist ein Corporate Video?
Ein Corporate Video ist ein professionell produziertes Video, das ein Unternehmen für Kommunikationszwecke erstellt. Die Zielgruppe kann extern sein, also potenzielle Kunden, Partner oder Investoren, oder intern, also Mitarbeiter, neue Kollegen oder das Management.
Der Begriff stammt aus dem Englischen, wo "corporate" schlicht "Unternehmens-" bedeutet. Im deutschen Sprachraum wird er oft als Synonym für hochwertigere Unternehmensvideos verwendet, die über einen einfachen Smartphone-Clip hinausgehen. Das ist aber keine fest definierte Grenze, sondern eine Frage des Kontexts.
Wichtig zu verstehen: Ein Corporate Video hat immer ein spezifisches Ziel. Es soll Vertrauen aufbauen, ein Produkt erklären, Mitarbeiter schulen, Talente anziehen oder eine Marke positionieren. Wer ein Corporate Video in Auftrag gibt, ohne dieses Ziel klar definiert zu haben, wird am Ende ein Video haben, das keines dieser Ziele wirklich erfüllt.
Der erste Schritt bei der Planung ist daher nicht die Frage "Welches Video wollen wir produzieren?", sondern "Was soll das Video bei unserer Zielgruppe bewirken?" Aus der Antwort ergibt sich automatisch der richtige Typ.
Die 7 wichtigsten Corporate Video Typen
1. Erklärvideo - Das Erklärvideo ist der meistproduzierte Corporate Video Typ im B2B-Bereich. Es erklärt ein Produkt, eine Dienstleistung oder einen Prozess so, dass die Zielgruppe ihn schnell versteht und vom Mehrwert überzeugt ist. Die optimale Länge liegt bei 60 bis 90 Sekunden. Erklärvideos eignen sich für die Website-Startseite, Landing Pages, E-Mail-Kampagnen und LinkedIn. Besonders effektiv sind 3D-Animationserklärvideos, die auch komplexe technische Produkte visuell verständlich machen können.
2. Imagefilm - Der Imagefilm stellt das Unternehmen als Ganzes vor. Er positioniert die Marke, zeigt die Unternehmenskultur und baut Vertrauen auf. Imagefilme werden oft auf der "Über uns"-Seite, auf Messen und bei Investorengesprächen eingesetzt. Sie sind in der Regel länger als Erklärvideos, 90 Sekunden bis 3 Minuten, und haben einen stärker emotionalen Charakter.
3. Produktvideo - Ein Produktvideo zeigt ein spezifisches Produkt und seine Funktionen. Es kann als Realfilm mit dem physischen Produkt gedreht werden, als 3D-Animation, die das Innenleben oder komplexe Mechanismen zeigt, oder als Hybrid aus beiden. Produktvideos erzielen auf E-Commerce-Seiten nachweislich höhere Conversion Rates, weil sie dem Käufer das Produkt realitätsnäher vermitteln als Fotos allein.
4. Schulungsvideo - Schulungsvideos werden intern für die Mitarbeiterausbildung eingesetzt. Sie erklären Prozesse, Compliance-Anforderungen, Software-Nutzung oder Sicherheitsvorschriften. Im Gegensatz zu externen Marketing-Videos steht hier die Informationsdichte im Vordergrund. Länge und Tiefe richten sich nach dem Schulungsinhalt und der Zielgruppe.
5. Recruiting Video - Ein Recruiting Video zielt darauf ab, qualifizierte Bewerber anzusprechen. Es zeigt den Arbeitsplatz, die Unternehmenskultur, Benefits und das Team. In Zeiten des Fachkräftemangels ist ein hochwertiges Recruiting Video ein echter Wettbewerbsvorteil bei der Talentgewinnung. Authentizität ist hier wichtiger als Hochglanzniveau.
6. Testimonial Video - Kundenstimmen in Videoform sind eine der effektivsten Formen von Social Proof. Ein echter Kunde erklärt, welches Problem er hatte, wie Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung geholfen hat und welches Ergebnis er erzielt hat. Testimonial Videos werden auf der Website, in E-Mail-Sequenzen und im Vertrieb eingesetzt.
7. Messevideo - Messevideos sind für den Einsatz auf Messen und Events konzipiert. Sie müssen ohne Ton und aus einer Distanz von mehreren Metern funktionieren, mit starken Visuals, klaren Botschaften und einem Looping-Format. 3D-Animationen eignen sich für Messevideos besonders gut, weil sie auch komplexe Produkte spektakulär präsentieren und in jeder Größe und Auflösung schärfebleiben.
Nicht sicher, welcher Corporate Video Typ für Sie der richtige ist?
In einem kurzen Gespräch helfen wir Ihnen, den richtigen Typ für Ihr Ziel und Budget zu finden.
Kostenlos anfragenCorporate Video vs. Werbevideo: Der Unterschied
Die Begriffe werden oft durcheinandergebracht. Der Unterschied ist fließend, aber es gibt eine nützliche Unterscheidung:
Ein Corporate Video kann auf interne und externe Zielgruppen ausgerichtet sein. Es muss nicht verkaufen, es kann auch informieren, schulen oder inspirieren. Der Fokus liegt auf der Unternehmenskommunikation insgesamt.
Ein Werbevideo hat eine klare kommerzielle Ausrichtung. Es soll Produkte oder Dienstleistungen an potenzielle Kunden vermarkten, eine Aktion auslösen oder Markenbekanntheit steigern. Jedes Werbevideo ist auch ein Corporate Video, aber nicht jedes Corporate Video ist ein Werbevideo.
In der Praxis ist diese Unterscheidung für die Produktion wichtig: Ein Schulungsvideo, das intern eingesetzt wird, braucht keine emotionale Dramaturgie und keinen ausgefeilten Call to Action. Es braucht Klarheit und Struktur. Ein Werbevideo, das auf Kunden abzielt, muss dagegen im ersten Moment überzeugen und zum Handeln animieren.
Wenn Sie unsicher sind, welcher Begriff Ihrem Vorhaben am besten passt, beschreiben Sie einfach das Ziel: "Wir wollen neuen Kunden erklären, was unser Produkt macht" oder "Wir wollen unserem Team die neuen Compliance-Regeln beibringen". Aus dieser Beschreibung ergibt sich automatisch, welcher Video-Typ und welcher Produktionsansatz passt.
Kosten im Überblick
Corporate Video Kosten variieren enorm. Von 500 EUR für ein einfaches Erklärvideo mit einem Online-Tool bis zu 100.000 EUR für einen aufwendigen Imagefilm mit professioneller Besetzung und mehreren Drehtagen. Hier ist ein realistischer Überblick nach Produktionstyp:
Do-it-yourself mit Online-Tools (z.B. Vyond, Animaker): 500 bis 2.000 EUR pro Jahr Lizenz. Die Ergebnisse wirken generisch, die Vorlagen sehen bei vielen Unternehmen gleich aus. Für interne Schulungsvideos ohne hohe Ästhetikanforderung kann das ausreichen, für externe Kommunikation ist es selten stark genug.
Freelancer für 2D-Animation: 1.500 bis 4.000 EUR für ein 60 bis 90 Sekunden Video. Die Qualität hängt stark vom einzelnen Freelancer ab. Der Prozess ist weniger strukturiert, und bei Änderungen können sich zusätzliche Kosten ergeben. Empfehlenswert für kleinere Projekte mit klar definiertem Scope.
Professionelle 3D-Animation: 3.900 EUR bis 8.000 EUR für ein 60 bis 90 Sekunden Video. Das ist das Segment, in dem 3DStory arbeitet. Professionelle 3D-Animation hebt sich visuell klar von 2D-Animationen ab, ist zeitlos und lässt sich für verschiedene Kanäle anpassen. Unser Festpreis von 3.900 EUR gilt für professionelle 3D-Erklärvideos und Werbevideos bis 90 Sekunden.
Realfilm mit Kamerateam: 5.000 bis 15.000 EUR für ein kleineres Projekt. Ein Drehtag mit einem professionellen Team inklusive Kamera, Ton und Licht. Geeignet für Testimonial Videos, einfache Produktpräsentationen und Recruiting Videos mit realen Mitarbeitern.
Imagefilm mit großer Produktion: 15.000 bis 80.000 EUR und mehr. Mehrere Drehtage, professionelle Besetzung, Location-Scouting, aufwendige Postproduktion und Musikkomposition. Das ist das obere Ende des Corporate Video Marktes für große Markenfilme und umfangreiche Imagekampagnen.
Wichtig: Der Preis allein sagt wenig über den Return on Investment aus. Ein 3D-Erklärvideo für 3.900 EUR, das Ihre Conversion Rate um 30% steigert, amortisiert sich bei einem durchschnittlichen Kundenwert von 5.000 EUR nach weniger als einem neuen Kunden. Das sollte die Investitionsentscheidung lenken, nicht der absolute Preis.
Worauf Sie bei der Agenturwahl achten
Die Auswahl des richtigen Produktionspartners ist die wichtigste Entscheidung bei der Videoproduktion. Ein günstiges Angebot, das in einem mittelmaeßigen Video endet, ist kein Schnapp, es ist Budgetverschwendung. Hier sind die sechs wichtigsten Kriterien:
1. Portfolio mit vergleichbaren Projekten - Eine gute Produktionsfirma kann Ihnen Videos zeigen, die ähnlich sind wie das, was Sie planen. Nicht "wir haben schon für große Konzerne gearbeitet", sondern konkrete Beispiele, die Ihrer Branche, Ihrem Produkttyp oder Ihrem Animationsstil entsprechen. Wenn Sie ein 3D-Animationsvideo wollen und die Agentur nur Realfilm-Referenzen zeigt, ist das ein Warnsignal.
2. Klarer Prozess und fester Ansprechpartner - Wie läuft die Produktion ab? Wer ist Ihr Ansprechpartner? Was passiert, wenn Sie Änderungen wünschen? Eine seriöse Produktionsfirma erklärt ihren Prozess klar und benennt von Anfang an eine verantwortliche Person. Agenturen, die hier vage bleiben, erzeugen später Frust.
3. Transparente Preisgestaltung - Der Preis sollte klar und nachvollziehbar sein. Was ist inklusive, was kostet extra? Wie viele Revisionen sind im Preis enthalten? Gibt es eine Geld-zurück-Garantie? Vorsicht bei Angeboten ohne detaillierte Kostenaufstellung oder mit sehr niedrigen Einstiegspreisen, die sich durch Extras dann verdoppeln.
4. Realistische Zeitplanung - Wie lange dauert die Produktion? Gibt es verbindliche Deadlines? Kann bei kurzfristigen Projekten die Lieferzeit eingehalten werden? Termintreue ist im Unternehmensumfeld kritisch, zum Beispiel wenn das Video für eine Messe oder einen Produktlaunch benötigt wird.
5. Fachliche Beratung statt reiner Auftragsabwicklung - Eine gute Produktionsfirma berät Sie aktiv, welcher Video-Typ für Ihr Ziel am besten geeignet ist, welche Länge sinnvoll ist und wie das Skript aufgebaut sein sollte. Sie verkauft nicht einfach das, was Sie anfragen, sondern fragt nach, ob das wirklich das Richtige für Ihr Ziel ist.
6. Branchenverständnis - Hat die Produktionsfirma Erfahrung mit Ihrer Branche oder zumindest mit ähnlich erklärungsbedürftigen Produkten? Wer schon viele B2B-Software-Erklärvideos produziert hat, versteht die Herausforderungen besser als eine Generalagentur, die alles macht.
Der Produktionsprozess Schritt für Schritt
Egal welchen Typ Corporate Video Sie produzieren lassen, der grundlegende Prozess ist ähnlich. Hier sind die typischen Schritte:
Briefing und Konzeption: Sie beschreiben Ihr Ziel, Ihre Zielgruppe, den Einsatzort des Videos und Ihre Vorstellungen zum Stil. Die Produktionsfirma entwickelt daraus ein Konzept und eine Empfehlung für Typ, Länge und Stil.
Skript und Storyboard: Das Skript ist das Fundament jedes Videos. Es definiert die Botschaft, den Ton und die Struktur. Beim Storyboard werden die einzelnen Szenen visuell skizziert. In dieser Phase sind Rückmeldungen und Änderungen noch einfach und günstig umzusetzen. Investieren Sie hier Zeit, es zahlt sich aus.
Produktion: Bei 3D-Animationen bedeutet das: Modellierung der Objekte und Szenen, Animation der Bewegungen, Rendering der Bilder. Bei Realfilmen: Casting, Dreh, Licht, Ton. Das ist die zeitintensivste Phase und die, bei der die Erfahrung des Studios den größten Unterschied macht.
Postproduktion: Schnitt, Vertonung, Musik, Sounddesign, Farbkorrektur, Einblendungen. In dieser Phase entsteht das finale Video aus den einzelnen Elementen. Eine professionelle Postproduktion ist oft der Unterschied zwischen einem guten und einem großartigen Video.
Review und Freigabe: Sie erhalten eine erste Version zur Begutachtung. Änderungswünsche werden eingearbeitet. Nach der finalen Freigabe erhalten Sie die Videodateien in allen benötigten Formaten für alle Kanäle.
Bei 3DStory läuft dieser Prozess in 7 Werktagen ab, inklusive einer kostenlosen Revisionsrunde. Das ist möglich, weil wir auf optimierte Workflows und spezialisierte Tools setzen, statt jeden Schritt von Grund auf neu aufzubauen.
Unser Tipp: Investieren Sie Zeit ins Briefing. Je klarer Sie Ihre Ziele, Zielgruppe und Vorstellungen kommunizieren, desto weniger Revisionen brauchen Sie später. Ein gutes Briefing spart auf beiden Seiten Zeit und Geld.