Ein Erklärvideo ist nur so gut wie das Briefing, das dahintersteht. In der Videoproduktion gilt: Wer am Anfang spart (an Zeit, Klarheit und Vorbereitung), zahlt am Ende doppelt, durch mehr Korrekturschleifen, längere Produktionszeiten und ein Ergebnis, das nicht genau das liefert, was benötigt wird.
In diesem Artikel erfahren Sie, was in ein professionelles Erklärvideo-Briefing gehört, welche Fehler am häufigsten gemacht werden und wie Sie mit einer einfachen Vorlage in 30 Minuten alles vorbereiten können, was Ihre Videoproduktion braucht.
Warum das Briefing über den Erfolg Ihres Videos entscheidet
Ein Briefing ist keine lästige Formalie, sondern das Fundament des gesamten Projekts. Es beantwortet drei grundlegende Fragen, auf die alle anderen Entscheidungen aufbauen:
- Für wen ist das Video? Ohne klare Zielgruppe lässt sich weder Inhalt noch Ton noch Länge sinnvoll bestimmen.
- Was soll das Video bewirken? Ein informatives Video, ein Verkaufsvideo und ein Schulungsvideo unterscheiden sich grundlegend, auch wenn dasselbe Produkt erklärt wird.
- Was ist die eine zentrale Botschaft? Nicht zehn. Nicht fünf. Eine.
Ein unvollständiges oder widersprüchliches Briefing führt zu Annahmen auf Seiten der Produktion. Und Annahmen führen zu Ergebnissen, die nicht passen. Je klarer das Briefing, desto weniger Überraschungen gibt es, desto weniger Korrekturrunden werden gebraucht und desto schneller ist das Video fertig.
Aus der Praxis: Bei 3DStory ist unser Briefing-Gespräch auf 30 Minuten ausgelegt. Das reicht, um alles zu klären. Wenn ein Gespräch länger dauert, liegt es meist daran, dass intern noch keine Einigkeit über Ziel und Zielgruppe besteht. Das ist kein Problem, aber es sollte vor dem Gespräch mit uns geklärt sein.
Was gehört in ein vollständiges Briefing?
Ein vollständiges Erklärvideo-Briefing deckt folgende Bereiche ab:
- Unternehmen und Kontext: Was macht Ihr Unternehmen, was ist das Produkt oder die Dienstleistung, die erklärt werden soll?
- Ziel des Videos: Was soll der Zuschauer nach dem Video tun? Kontaktformular ausfüllen, Termin buchen, kaufen, sich anmelden?
- Zielgruppe: Wer schaut das Video? Entscheider, Fachkräfte, Endkunden, Bewerber?
- Kernbotschaft: Welche eine Aussage soll hängenbleiben?
- Einsatzkanal: Website, Landing Page, LinkedIn, YouTube, Messe, internes Training?
- Videolänge: Gibt es eine Vorgabe? Empfehlung: 60-90 Sekunden für Erklärvideos.
- Stil: 3D-Animation, 2D-Motion-Graphics, Realfilm, Whiteboard, gemischt?
- Ton und Stimmung: Seriös, freundlich, technisch, emotional, humorvoll?
- Sprache und Sprecher: Deutsch, Englisch, männlich, weiblich, neutral?
- Referenzvideos: Was gefällt Ihnen? Was soll vermieden werden?
- Vorhandene Materialien: Logo, CI-Farben, Schriften, Fotos, Texte, CAD-Daten?
- Deadline: Wann wird das Video gebraucht?
Zielgruppe: die wichtigste und am häufigsten fehlende Angabe
Die Zielgruppen-Definition ist der Dreh- und Angelpunkt eines jeden Video-Briefings. Gleichzeitig ist sie die am häufigsten fehlende oder zu vage beschriebene Angabe. "Unsere Kunden" oder "Unternehmen, die unsere Software nutzen wollen" sind keine Zielgruppen, sondern Platzhalter.
Eine gute Zielgruppen-Beschreibung enthält:
- Funktion / Rolle: IT-Leiter mittelständischer Unternehmen, HR-Manager im Konzern, Selbstständiger im Handwerk
- Wissensstand: Branchenkenner, der Details versteht, oder Entscheider, dem das Grundprinzip reichen muss
- Schmerz / Problem: Was ist das dringlichste Problem, das das Video anspricht?
- Einwand: Was hindert diese Person normalerweise am Kauf? Preis, Vertrauen, Komplexität?
Je konkreter die Zielgruppe beschrieben ist, desto klarer kann das Skript auf die richtigen Trigger, die richtige Sprache und die richtigen Argumente eingehen.
Kernbotschaft: eine Aussage, nicht zehn
Das ist die zweite große Hürde im Briefing: Unternehmen möchten in einem 60-sekündigen Erklärvideo alle Features, alle Vorteile, alle Alleinstellungsmerkmale und alle Anwendungsfälle unterbringen. Das geht nicht, und es schadet dem Video.
Ein Erklärvideo hat genug Raum für genau eine starke Botschaft, die in maximal drei bis vier unterstützenden Punkten ausgeführt wird. Alles, was darüber hinausgeht, verwässert die Kernaussage und überfordert den Zuschauer.
Eine gute Kernbotschaft beantwortet diese Frage: "Was soll der Zuschauer nach dem Video denken oder fühlen, das er vorher nicht gedacht oder gefühlt hat?"
Beispiele für starke Kernbotschaften:
- "Mit [Produkt] spare ich als Handwerksbetrieb 5 Stunden Verwaltungsarbeit pro Woche."
- "[Software] macht Datensicherheit so einfach, dass ich das selbst umsetzen kann."
- "3DStory liefert mein Erklärvideo in 7 Tagen, ohne dass ich viel Zeit investieren muss."
Stil und Ton: wie soll das Video klingen und aussehen?
Video-Stil und Ton sind nicht dasselbe:
- Stil beschreibt die visuelle Gestaltung: 3D-Animation, 2D-Motion-Graphics, Realfilm, Screencast, Whiteboard
- Ton beschreibt die emotionale Qualität: sachlich, vertrauensvoll, dynamisch, herzlich, leicht humorvoll
Für die Stilentscheidung gibt es Leitfragen:
- Hat Ihr Produkt technische Details, die erklärt werden müssen? Dann eher 3D-Animation.
- Ist Ihre Zielgruppe konservativ und legt Wert auf Seriosität? Dann klare, ruhige 2D-Grafik oder 3D.
- Soll das Video auf Social Media funktionieren und schnell Aufmerksamkeit erzeugen? Dann dynamische Cuts, kräftige Farben, kurze Sequenzen.
- Möchten Sie Vertrauen über Menschen aufbauen? Dann Realfilm mit Personen.
Für den Ton gilt: Weniger ist mehr. Ein Video, das versucht gleichzeitig seriös, witzig und emotional zu sein, wirkt inkohärent. Entscheiden Sie sich für einen Grundton und halten Sie ihn durch.
Referenzvideos: zeigen, was Sie meinen
Sprache ist unscharf. "Modern" bedeutet für verschiedene Menschen unterschiedliche Dinge. "Professionell" auch. Der schnellste Weg zu einem gemeinsamen Verständnis sind Referenzvideos: Videos, die Ihnen gefallen und die den Stil oder Ton beschreiben, den Sie anstreben.
Sammeln Sie 2 bis 4 Referenzvideos (YouTube-Links reichen) und beschreiben Sie kurz, was Ihnen daran gefällt. Ist es der visuelle Stil? Die Musik? Die Sprecher-Stimme? Das Tempo des Schnitts? Die Farbwelt?
Ebenso hilfreich: Videos, die Ihnen explizit nicht gefallen. "So soll unser Video nicht aussehen" ist eine wertvolle Information.
Häufige Fehler im Briefing
Aus vielen Projekten kennen wir die wiederkehrenden Stolpersteine im Briefing-Prozess:
Fehler 1: Zu viele Botschaften
Ein Erklärvideo kann eine Botschaft stark machen oder viele Botschaften schwach machen. Entscheiden Sie sich für eine.
Fehler 2: Zielgruppe zu breit gefasst
"Alle, die unser Produkt kaufen könnten" ist keine Zielgruppe. Ein Video, das für alle gemacht ist, spricht niemanden wirklich an.
Fehler 3: Kein klares Ziel
"Das Video soll Aufmerksamkeit erzeugen" ist kein Ziel, das messbar ist. Definieren Sie konkret: Was soll der Zuschauer nach dem Video tun?
Fehler 4: Zu viele Beteiligte im Briefing-Prozess
Wenn sechs Abteilungen im Briefing mitreden, entstehen sechs verschiedene Videos in einem. Legen Sie intern vorab eine Entscheidung fest und gehen Sie mit einer Stimme ins Briefing-Gespräch.
Fehler 5: Feature-Liste statt Nutzen
Unternehmen listen gerne auf, was ihr Produkt kann. Zuschauer interessiert aber, was das Produkt für sie bedeutet. Formulieren Sie Nutzen, nicht Features.
Briefing-Vorlage: 12 Felder, die alles abdecken
Nutzen Sie diese Vorlage als Ausgangspunkt für Ihr eigenes Briefing:
| Feld | Ihre Antwort |
|---|---|
| 1. Unternehmen / Produkt | Was machen Sie? Was soll im Video erklärt werden? |
| 2. Ziel des Videos | Was soll der Zuschauer nach dem Video tun? |
| 3. Zielgruppe | Wer schaut das Video? Funktion, Wissensstand, Problem |
| 4. Kernbotschaft | Die eine Aussage, die hängenbleiben soll |
| 5. Einsatzkanal | Website, Social Media, YouTube, Messe, intern? |
| 6. Gewünschte Länge | Max. Sekunden / Minuten |
| 7. Stil | 3D, 2D, Realfilm, Whiteboard, gemischt? |
| 8. Ton / Stimmung | Seriös, freundlich, dynamisch, technisch, warm? |
| 9. Sprecher | Deutsch, Englisch, männlich, weiblich? |
| 10. Referenzvideos | Links zu Videos, die Ihnen gefallen + was gefällt |
| 11. Vorhandene Materialien | Logo, CI, Bilder, Texte, CAD-Daten? |
| 12. Deadline | Wann wird das Video gebraucht? |
Füllen Sie diese 12 Felder aus, bevor Sie in ein Erstgespräch mit einer Videoproduktion gehen. Sie sparen damit nicht nur Zeit im Gespräch, Sie zeigen auch, dass Sie wissen, was Sie wollen. Das erhöht die Qualität des Endprodukts erheblich.
Bei 3DStory: Sie müssen das Briefing nicht alleine ausfüllen. Im 30-minütigen Erstgespräch gehen wir alle Felder gemeinsam durch und stellen die richtigen Fragen. Das Briefing-Gespräch ist kostenlos und unverbindlich. Jetzt Termin anfragen.
Häufige Fragen
Ein vollständiges Erklärvideo-Briefing enthält: Ziel des Videos, Zielgruppe, Kernbotschaft, Einsatzkanal, gewünschte Länge, Stil, Ton und Stimmung, Sprechersprache, Referenzvideos, vorhandene Materialien (Logo, CI, Texte) und Deadline.
Ein gutes Briefing ist so knapp wie möglich und so vollständig wie nötig. In der Praxis reichen eine bis zwei DIN-A4-Seiten oder ein Formular mit 8 bis 12 Feldern. Entscheidend ist die Klarheit, nicht die Länge.
Der häufigste Fehler ist die fehlende Zielgruppen-Definition. Viele Unternehmen beschreiben ihr Produkt ausführlich, vergessen aber zu klären, wer das Video sehen soll und was diese Person danach tun soll.
Nein. Bei 3DStory übernehmen wir die Skripterstellung als Teil des Festpreises. Sie liefern das Briefing, wir schreiben das Skript, Sie geben es frei. Das spart Zeit und stellt sicher, dass das Skript auf Conversion optimiert ist.
So wenige wie möglich. Idealerweise eine Person mit Entscheidungskompetenz. Je mehr Personen beteiligt sind, desto widersprüchlicher werden die Anforderungen und desto mehr Korrekturrunden entstehen später.
Fazit
Ein gutes Erklärvideo-Briefing ist keine Bürde, sondern eine Investition. Wer 30 Minuten in ein klares Briefing investiert, spart hinterher Stunden an Korrekturschleifen und erhält ein Ergebnis, das genau das leistet, was gewünscht ist. Die wichtigsten drei Punkte, auf die es ankommt: Zielgruppe klar definieren, eine Kernbotschaft wählen und ein konkretes Ziel formulieren.
Bei 3DStory begleiten wir Sie durch das Briefing-Gespräch. In 30 Minuten klären wir alles, was die Produktion braucht. Danach übernehmen wir Skript, 3D-Animation, Vertonung und Schnitt. Festpreis 3.900 EUR, fertig in 7 Werktagen.