Erklärvideo Script schreiben, Anleitung in 7 Schritten

Inhalt
  1. Warum das Script über Erfolg oder Misserfolg entscheidet
  2. Die bewährte Script-Struktur
  3. Schritt 1: Ziel und Zielgruppe definieren
  4. Schritt 2: Den Hook schreiben
  5. Schritt 3: Das Problem benennen
  6. Schritt 4: Die Lösung präsentieren
  7. Schritt 5: So funktioniert's zeigen
  8. Schritt 6: Den CTA formulieren
  9. Schritt 7: Kürzen, kürzen, kürzen
  10. Wie lang sollte das Script sein?
  11. Die 5 häufigsten Script-Fehler
  12. Häufige Fragen

Das Script ist das Fundament jedes Erklärvideos. Egal ob 2D, 3D oder Realfilm, wenn die Story nicht stimmt, rettet Sie auch die schönste Animation nicht.

Ich habe in den letzten Jahren hunderte Scripts geschrieben und noch mehr gelesen. Dabei habe ich eine klare Formel entwickelt, die funktioniert. Nicht weil ich besonders kreativ bin, sondern weil die Psychologie dahinter immer dieselbe ist: Menschen kaufen nicht wegen Features, sie kaufen, weil Sie ihr Problem verstehen.

In diesem Artikel zeige ich Ihnen diese Formel. Schritt für Schritt, mit Beispielen und konkreten Templates. Am Ende können Sie Ihr eigenes Erklärvideo-Script schreiben, oder zumindest ein Briefing liefern, das jedem Produzenten die Arbeit erleichtert.

Warum das Script über Erfolg oder Misserfolg entscheidet

Eine unbequeme Wahrheit: Die meisten Erklärvideos scheitern nicht an der Animation. Sie scheitern am Script.

Ein Video mit mittelmäßiger Animation und brillantem Script konvertiert besser als ein visuelles Meisterwerk mit schwacher Story. Warum? Weil Menschen auf Botschaften reagieren, nicht auf Pixel. Die Animation ist das Vehikel, das Script ist die Botschaft.

Hier sind drei Zahlen, die das belegen:

All das steuert das Script. Nicht die Animation.

Die bewährte Script-Struktur

Jedes gute Erklärvideo folgt dieser Struktur. Immer. Ohne Ausnahme.

Die 5-Akte-Struktur für Erklärvideos:

Das sind 60 Sekunden. Die perfekte Länge für ein Erklärvideo. Wenn Sie 90 Sekunden brauchen, geben Sie den mittleren drei Akten jeweils 10 Sekunden mehr. Aber gehen Sie nie über 120 Sekunden, danach hört Ihnen keiner mehr zu.

Schritt 1: Ziel und Zielgruppe definieren

Bevor Sie auch nur ein Wort schreiben, beantworten Sie diese drei Fragen:

  1. Wer schaut das Video? Nicht "alle". Sondern: Wer ist die eine Person, die Sie überzeugen möchten? Welche Position hat sie? Welches Problem hat sie? Was hält sie nachts wach?
  2. Was soll der Zuschauer danach tun? Anfrage schicken? Demo buchen? Kaufen? Newsletter abonnieren? Ein Ziel, nicht drei.
  3. Wo wird das Video eingesetzt? Landing Page? Social Media? E-Mail? Das beeinflusst Tonalität, Länge und CTA.

Praxis-Tipp: Schreiben Sie die Antworten auf und hängen Sie sie neben Ihren Bildschirm. Bei jedem Satz, den Sie schreiben, fragen Sie sich: "Bringt das meinen Zuschauer näher an das Ziel?" Wenn nicht, streichen.

Schritt 2: Den Hook schreiben

Sie haben 5 Sekunden. Das ist kein Scherz, Studien zeigen, dass die meisten Zuschauer nach 5 Sekunden entscheiden, ob sie dranbleiben oder weiterscrollen.

Ein guter Hook macht eine von drei Dingen:

Was NICHT funktioniert: "Willkommen bei Firma XY. Wir sind seit 1998 am Markt und bieten innovative Lösungen...", Tschüss, Zuschauer ist weg.

Die goldene Regel: Starten Sie nie mit Ihrer Firma. Starten Sie immer mit dem Zuschauer und seinem Problem. Niemand interessiert sich für Sie, bis Sie zeigen, dass Sie sein Problem verstehen.

Schritt 3: Das Problem benennen

Jetzt vertiefen Sie den Schmerzpunkt. Der Zuschauer soll denken: "Ja, genau DAS ist mein Problem!"

Drei Techniken, die funktionieren:

Wichtig: Übertreiben Sie nicht. Bleiben Sie ehrlich. Wenn Sie das Problem künstlich aufblähen, merkt der Zuschauer das, und das Vertrauen ist weg.

Schritt 4: Die Lösung präsentieren

Jetzt kommt Ihr Produkt oder Service ins Spiel. Aber Achtung: Nicht als Feature-Liste, sondern als Antwort auf das Problem.

Schlecht: "Unser Produkt hat 12 Features, eine API-Schnittstelle und ist DSGVO-konform."

Gut: "Mit [Produkt] erklären Sie Ihr Angebot in 60 Sekunden, so verständlich, dass jeder Besucher sofort versteht, warum er bei Ihnen richtig ist."

Der Unterschied? Die erste Version spricht über sich selbst. Die zweite spricht über den Nutzen für den Kunden. Der Kunde interessiert sich nicht für Ihre Features, er interessiert sich dafür, wie Sie sein Problem lösen.

Die Nutzen-Formel: Für jedes Feature fragen Sie sich: "Was hat der Kunde davon?" Feature: "4K-Auflösung" → Nutzen: "Ihr Video sieht auf jedem Bildschirm gestochen scharf aus, vom Smartphone bis zum Messestand."

Schritt 5: So funktioniert's zeigen

Hier bauen Sie Glaubwürdigkeit auf. Der Zuschauer denkt: "Klingt gut, aber wie funktioniert das konkret?"

Zeigen Sie 3 einfache Schritte. Nicht 7, nicht 12. Drei. Menschen können sich drei Schritte merken. Bei mehr schalten sie ab.

Beispiel:

  1. "Sagen Sie uns, was Sie brauchen", Kurzes Briefing, 15 Minuten
  2. "Wir entwickeln Ihr Video", Konzept, Script, Animation, Sound
  3. "Sie setzen es ein und gewinnen Kunden", Auf der Website, Social Media, im Vertrieb

Das klingt einfach? Genau das ist der Punkt. Der Zuschauer soll denken: "Das ist ja easy. Das kann ich sofort machen."

Schritt 6: Den CTA formulieren

Der Call-to-Action ist der wichtigste Satz im gesamten Script. Er sagt dem Zuschauer, was als Nächstes passiert. Ohne CTA ist das Video wie ein Verkaufsgespräch, bei dem Sie vergessen, nach dem Auftrag zu fragen.

Ein guter CTA hat drei Eigenschaften:

Der perfekte CTA: "Buchen Sie jetzt Ihr kostenloses Erstgespräch, wir zeigen Ihnen in 15 Minuten, wie Ihr Video aussehen könnte." Klar, einfach, unverbindlich.

Schritt 7: Kürzen, kürzen, kürzen

Ihr erster Entwurf ist zu lang. Garantiert. Jeder erste Entwurf ist zu lang.

Gehen Sie jeden Satz durch und fragen Sie sich:

Wenn Sie bei einem Satz zweimal "nein" sagen, streichen Sie ihn. Erbarmungslos. Das Script wird dadurch nicht schlechter, es wird besser. Jedes Mal.

Lesen Sie das fertige Script laut vor und stoppen Sie die Zeit. Sprechen Sie langsam genug? Ein gutes Tempo sind 150-170 Wörter pro Minute. Schneller wird hektisch, langsamer wird langweilig.

Wie lang sollte das Script sein?

Videolänge Wörter im Script Empfohlen für
30 Sekunden 75-85 Wörter Social Media Ads, Pre-Roll
60 Sekunden 150-170 Wörter Landing Page, Website (ideal)
90 Sekunden 220-250 Wörter Komplexe Produkte, B2B
120 Sekunden 300-340 Wörter Maximum, nur wenn nötig

Mehr Infos dazu in unserem Artikel

Die 5 häufigsten Script-Fehler

Fehler 1: Zu viele Botschaften

Ein Video, eine Botschaft. Das ist nicht verhandelbar. Wenn Sie drei Dinge erklären möchten, machen Sie drei Videos. Ein Video, das alles auf einmal versucht, erklärt am Ende nichts.

Fehler 2: Kein Hook

Wenn Ihr Video mit "Willkommen bei Firma XY" beginnt, haben Sie verloren. Der Zuschauer ist in 3 Sekunden weg. Starten Sie mit seinem Problem, nicht mit Ihrer Firma.

Fehler 3: Features statt Nutzen

"Unsere Plattform bietet API-Integration, Cloud-Hosting und granulare Berechtigungen.", Das ist keine Story. Das ist eine Spezifikation. Der Zuschauer denkt: "Und was habe ich davon?"

Fehler 4: Fachsprache

Schreiben Sie so, wie Sie mit einem Freund sprechen, der keine Ahnung von Ihrer Branche hat. Kein Jargon, keine Buzzwords, keine Abkürzungen. Wenn Ihre Oma es nicht versteht, ist es zu kompliziert.

Fehler 5: Kein Call-to-Action

Erstaunlich viele Scripts enden mit "... und so funktioniert unser Produkt." Und dann? Stille. Der Zuschauer weiß nicht, was er tun soll. Sagen Sie es ihm. Direkt. Unmissverständlich.

Häufige Fragen zum Script schreiben

Wie lang sollte ein Erklärvideo-Script sein?

Für ein 60-Sekunden-Video brauchen Sie ca. 150-170 Wörter. Für 90 Sekunden ca. 220-250 Wörter. Die goldene Regel: So kurz wie möglich, so lang wie nötig. Lesen Sie das Script laut vor und stoppen Sie die Zeit, das ist der zuverlässigste Test.

Was ist die beste Struktur für ein Erklärvideo-Script?

Hook (5 Sek.) → Problem (15 Sek.) → Lösung (20 Sek.) → So funktioniert's (15 Sek.) → CTA (5 Sek.). Diese Struktur folgt dem natürlichen Entscheidungsprozess: Erst die Aufmerksamkeit, dann das Problem, dann die Lösung, dann die Glaubwürdigkeit, dann die Handlungsaufforderung.

Muss ich das Script selbst schreiben?

Nein. Bei professionellen Produktionen ist das Script im Preis enthalten. Bei uns bei 3DStory entwickeln wir das komplette Script auf Basis Ihres Briefings, im inklusive. Sie müssen kein Drehbuch schreiben, aber ein gutes Briefing hilft enorm.

Welche Fehler sollte ich beim Scriptwriting vermeiden?

Die größten Fehler: Zu viele Botschaften in ein Video packen, keinen Hook am Anfang, Features statt Nutzen kommunizieren, Fachsprache verwenden und keinen klaren CTA setzen. Ein Video, eine Botschaft, eine Handlungsaufforderung, das ist die Formel.

Script entwickeln lassen?

Wir schreiben das Script für Sie. Inklusive Konzept, Animation, Sprecher und Musik, 3.900€ Festpreis.

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Rico Friedrich - Gründer 3DStory
Rico Friedrich
Gründer & Geschäftsführer, 3DStory.de

Rico Friedrich ist Spezialist für 3D-Videomarketing und hilft Unternehmen im DACH-Raum dabei, ihre Produkte und Dienstleistungen durch professionelle 3D-Animationen zu vermarkten. Mit 3DStory.de hat er eine Produktion aufgebaut, die Festpreise, schnelle Lieferzeiten und messbare Ergebnisse kombiniert.

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